Susann Sontag – Der Weg zu mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein

Bei vielen Menschen ist das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein nur schwach ausgebildet. ____________________________________________________________________________________

Susann_Sontag

Mein Interviewgast im September 2013 zu diesem Thema ist Susann Sontag.

Autorin, Therapeutin und Herausgeberin der Seite www.selbstvertrauen-info.de

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Liebe Susann, worin siehst du die Ursachen für den Mangel an Selbstvertrauen?

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Susann:  Ich sehe die Ursachen darin, dass wir uns viel zu wenig Zeit nehmen, uns selbst zu begegnen. Wir haben nicht gelernt, dass wir Zeit brauchen für uns selbst und für unsere eigene Entwicklung.
Wir haben auch nicht gelernt, dass unsere eigene Entwicklung nie „fertig“ ist, sondern genau der Prozess ist, für den wir in dieses Leben gekommen sind und im Zentrum aller anderen Entwicklungen steht.
Wir denken „verkehrt herum“ => Erst wenn ich die Anerkennung von außen bekomme, dann kann ich erfolgreich sein.
Nein – es ist genau andersherum => Erst, wenn ich MIT MIR in engem Kontakt bin, wenn ICH weiß, was ICH will, wenn ICH weiß, was MICH begeistert und erfüllt – erst wenn ICH MIR SELBST VERTRAUE, dann kann ich überhaupt erfolgreich sein.

Der Mangel an Selbstvertrauen ist zum einen in unserem anerzogenen Denken begründet, zum anderen darin, dass wir denken (!), die letzte Person, die in meinem eigenen Leben wichtig ist und für die ich mir wirklich Zeit nehmen kann, bin ich selbst. Da habe ich zuerst für die Oma, den Chef, den Kunden, den Fußballverein, die daily soap im Fernsehen Zeit, ehe ich für mich selbst Zeit habe. Dabei sind wir selbst die Schöpfer unserer eigenen Erfahrungen. Wenn ich mich nur nach dem richte, was andere denken, tun, wollen, was andere mir an feedback geben, dann werde ich zu einem Fähnchen im Wind.

Wir haben leider innerhalb unserer Kultur kaum etwas anderes gelernt als ein Fähnchen im Wind zu sein. Und nur die starken Charaktere haben sich davon schon in jungen Jahren befreit. Die sind dann in aller Munde, wie erfolgreich sie sind, aber wir erkennen nicht, dass sie genau das sind, weil sie eben NICHT „wie alle anderen“ sind, sondern weil sie einfach nur sie selbst sind!
Unsere Anpassung an „alle anderen“ beginnt sehr früh im Elternhaus, es geht dann im Kindergarten weiter, wo die Erzieherin ein Bild eines Kindes schön findet oder nicht schön findet. Sie beurteilt das Kind entsprechend dem, was es „als Dreijähriger“ an Fähigkeiten haben sollte (äußere Meßlatte!). Sie sieht nicht das Kind in seiner Einmaligkeit.
Sprachlich äußert sich das so: „man“! „Man“ tut dies – „man“ tut das. Nur WER ist „man“?

Ich gehe darauf sehr genau in diesem Buch ein und werde das in den beiden folgenden Büchern der Selbstvertrauen-Buchreihe, in denen es um „Berufung“ und „Potenzial“ gehen wird, noch intensiver tun.

Um Selbstvertrauen wirklich aufzubauen, braucht ein Mensch einen geschützten Raum, in dem er einfach so sein kann, wie er ist – unkorrigiert – unverbessert – unangepaßt – einfach „Selbst pur“ sozusagen und diese Begegnung mit sich selbst innerhalb dieses geschützten Freiraums braucht er jeden Tag. Wenige Minuten reichen, aber bitte jeden Tag – wie Zähne putzen – und genau das versuche ich, in dem Buch zu tun: kleine Übungen für den Alltag, um diesen geschützten Raum herzustellen, in dem der Leser einfach nur er selbst sein darf.
„Lernen Sie sich selbst kennen und Sie werden von sich begeistert sein.“ Das ist der Kerngedanke meiner Arbeit. Erlauben Sie die Begegnung mit sich selbst und Sie stellen fest, dass „Selbstvertrauen“ kein Thema mehr ist, weil Sie gar nicht anders können, als sich selbst zu vertrauen. Sie atmen ja auch nur Ihren eigenen Atem! Es ist das Natürlichste der Welt.

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Welche Möglichkeiten bieten sich nun für Menschen an, die mehr Selbstvertrauen entwickeln und ihr Selbstbewusstsein stärken möchten?

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Susann:  Zuerst einmal ist es eine Entscheidung: „Möchte ich mein Selbstvertrauen entwickeln?“ Und diese Frage kennt nur ein klares „Ja“ oder ein klares „Nein“ als Antwort – jedes Erklären, Rechtfertigen, Analysieren, warum es jetzt gerade nicht geht, ist ein Nein!
Wenn ich in mir einen Mangel an Selbstvertrauen spüre, dann habe ich die Frage mit „Nein“ beantwortet.
Darüber sollten wir mit uns selbst ganz ehrlich sein.

Ist diese erste Entscheidung gefallen – und ich habe mich zu einem „Ja“ entschlossen, dann muss dieses „Ja“ jeden Tag neu gesprochen werden:

  • „Ja“ ich nehme mir als erstes heute morgen nach dem Aufstehen Zeit, um in mich hineinzufühlen, wie es mir geht – und/oder mache z.B. die Spiegelübung http://www.selbstvertrauen-info.de/aufmerksamkeit-erwecken/
  • „Ja“ ich habe gerade Stress mit meinem Chef und nehme mir genau JETZT die Zeit, einfach drei Mal tief durchzuatmen.
  • „Ja“ ich habe gerade schreckliche Angst und bin jetzt so diszipliniert, dass ich meine Füsse auf dem Fußboden spüre, meine Hände auf meinen Bauch lege und so lange tief in meinen Bauch atme, bis ich merke, wie die Angst weniger wird.
    usw.

SelbstVERTRAUEN entwickeln und SelbstBEWUSSTsein stärken, geht also nicht über den Kopf, sondern nur über die tägliche Übung. Es geht darum, aus der automatischen, antrainierten (durch Erziehung und Umwelt) Re-Aktion bewusst herauszutreten, zu mir selbst zurückzukehren (mich zu spüren), bis ich aus diesem Innehalten heraus zu einer eigenen Aktion komme, die mir selbst auch entspricht.
Es geht darum, um es körperlich spürbar zu machen: aus dem gehetzten Gehechel unseres normalen Alltags in eine bewusste tiefe Bauchatmung zu kommen und der Atem darf sich den Raum nehmen, den er braucht. Das ist das Natürliche. Es ist uns angeboren!
Meistens reden wir hier von Bruchteilen von Minuten, manchmal braucht es auch länger.
Aber genau in diesem (1) Innehalten, in diesem (2) „Sich-mir-zuwenden“, (3) „In-mich-hineinspüren“, (4) „Herausfinden-was-ich-JETZT-wirklich-brauche“ liegt das gesamte Entwicklungspotenzial meines Selbstvertrauens, das sich immer mehr entfaltet, je häufiger ich diese 4 Schritte übe und gehe. Genauso wie mein Atmung immer wohl gespannter wird, je mehr Raum ich ihr gebe.

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Du hast auch einen Ratgeber geschrieben: „Kennen Sie Ihren Weg?“
Was hat dich dazu bewegt und was erwartet den Leser in diesem Buch?

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Susann:  Ich habe in meiner Praxis die Erfahrung gemacht, dass Therapien oder Coachings begonnen wurden – kraftvoll – stark – die Menschen erfuhren viel über sich selbst, entwickelten erste Visionen zu neuen – EIGENEN – Wegen und dann rollte der Alltag über sie. Die begonnene Arbeit an sich selbst wurde zur Seite geschoben. Oder es ging die Waschmaschine kaputt und das Geld, das eigentlich für das Coaching zur Seite gelegt war, wurde nun in die Reparatur der Waschmaschine investiert. Und das war die „Normalität“.
Mich hat das immer sehr gegrämt: da hat jemand bereits die Klinke in der Hand, um die Tür zu einem großen, neuen Lebensraum aufzustossen – einen Raum, in dem er sein eigenes, einmaliges Potenzial in der Fülle entwickeln könnte … und er läßt die Klinke los, dreht sich um und geht weg von dieser Tür, zurück in seinen Alltag, in dem er unglücklich ist, der ihn krank macht usw.
Diese Erfahrung mit vielen, vielen Klienten hat mich bewegt, ein Buch zu schreiben, das praktisch ein komplettes Coaching ist.

Susann Sontag - Kennen Sie Ihren Weg?

Den Leser erwartet ein Einstieg, dort, wo er steht, in seinem Leid, in seinem Frust, in seinen vielen Fragen und dann gehen wir gemeinsam Schritt für Schritt – Lebensschritte – dorthin, wo er frei ist, wo er diesen wundervollen inneren Raum dann auch wirklich betritt.

Die Übungen sind Angebote, und es geht auch gut, das Buch einfach nur so zu lesen, ohne die Übungen zu machen. Ich erzähle hier gerne die Geschichte eines sehr schüchternen jungen Mannes, Allergiker. Er hatte einen Langstreckenflug gebucht und sich ein besonderes Essen bestellt wegen seiner Allergie. Gleichzeitig hatte er mein Buch mit an Bord genommen, um es auf dem langen Flug zu lesen. Er war gerade im ersten Kapitel, bei der ersten Übung, als sein Essen serviert wurde und es war das falsche Essen. Normalerweise hätte er jetzt gar nichts gegessen, er hätte es einfach schweigend hingenommen, aus Angst etwas zu sagen und wäre in sich selbst furchtbar verletzt gewesen. Jetzt jedoch nahm er die Übung, die er gerade zur Hand hatte und probierte diese Übung einfach genau in dieser Situation aus. Er war platt wie gut sich die Übung auf genau diese Situation anwenden ließ UND wie gut sie ihm half! UND dass er dann noch sein richtiges Essen bekam, ohne irgendwelche Kämpfe, die er so sehr fürchtete!
Als er wieder in Deutschland war, war er immer noch so begeistert von dieser bahnbrechenden Erfahrung in seinem Leben, dass er mich anrief, um mir das zu erzählen.
Viele Leser rufen mich an, um mir solche Erfahrungen zu berichten.

Und so kann ich Dir, liebe Birgit, jetzt Deine beiden Fragen ganz kurz beantworten:

  1. Ich habe das Buch geschrieben, um den Leser Schritt für Schritt wie in einem life-Coaching zu einem erfolgreichen, kraftvollen, gesunden Lebensstil zu begleiten. Ein Leben, in dem er die Möglichkeit hat, eine viel größere Lebensqualität zu leben.
  2. Den Leser erwartet ein aus der Praxis heraus „schlank“ geschriebenes und leicht zu lesendes Buch, das Tag für Tag sein Begleiter sein möchte, um ihn genau dort – in der konkreten Situation -, wo die Probleme entstehen, handlungsfähiger zu machen.

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Ich danke dir für diese Informationen und Tipps und wünsche unseren Lesern, dass auch sie den Weg zu mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gehen und dadurch zu einer Verbesserung ihrer Lebensqualität gelangen!

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Das Buch „Kennen Sie Ihren Weg?“ ist im LebensSchritte Verlag erschienen (ISBN 978-3981588408 ) und kann unter diesem Link bestellt werden: Hier bestellen
Besuchen Sie Susann Sontag auf Ihrer Website www.selbstvertrauen-info.de
Sie finden dort auch die Möglichkeit Ihre Tageskarte zu ziehen und erhalten dadurch Impulse für Ihren Tag.

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Birgit Tratberger – HerzVertrauen
Numerologie und Kabbala Lebensanalysen
Susann Sontag – Der Weg zu mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein

Ein Kommentar

  1. Interessanter Artikel. Schade, dass ich den Vortrag verpasst ahbe.

    Grüße,

    Harald

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